IV. “Urlicht”
Text from Des Knaben Wunderhorn
Alt
O Röschen rot,
Der Mensch liegt in größter Not,
Der Mensch liegt in größter Pein,
Je lieber möcht’ ich im Himmel sein.
Da kam ich auf einembreiten Weg,
Da kam ein Engelein und wollt’ mich abweisen.
Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen!
Ich bin von Gott und will wieder zu Gott,
Der liebe Gott wirdmir ein
Lichtchen geben,
Wird leuchten mir bis in das ewig selig’ Leben!
V.
Text: Friedrich Gottlieb, Klopstock (1724–1803), and Gustav Mahler (1860–1911)
Chor und Sopran
Aufersteh’n, ja aufersteh’n wirst du,
Mein Staub, nach kurzer Ruh!
Unsterblich’ Leben
Wird, der dich rief, dir geben.
Wieder aufzublüh’n, wirst du gesät!
Der Herr der Ernte geht
Und sammelt Garben
Uns ein, die starben!
Alt
O glaube, mein Herz, o glaube:
Es geht dir nichts verloren!
Dein ist, ja dein, was du gesehnt,
Dein,was du geliebt,was du gestritten!
Sopran
O glaube: Du wardst nicht umsonst geboren!
Hast nicht umsonst gelebt, gelitten!
Chor und Alt
Was entstandenist, dasmuss vergehen!
Was vergangen, auferstehen!
Hör auf zu beben!
Bereite dich zu leben!
Sopran und Alt
O Schmerz! Du Alldurchdringer!
Dir bin ich entrungen.
O Tod! Du Allbezwinger!
Nun bist du bezwungen!
Mit Flügeln, die ichmir errungen,
In heißem Liebesstreben
Werd’ ich entschweben
Zum Licht, zudemkein Aug’ gedrungen!
Chor
Mit Flügeln, die ichmir errungen,
Werd’ ich entschweben!
Sterben werd’ ich, umzu leben!
Aufersteh’n, ja aufersteh’n wirst du,
Mein Herz, in einem Nu!
Was du geschlagen,
Zu Gott wird es dich tragen!